Da auch in Landshut 2020 bereits alle Dulten abgesagt sind, musste auch hier eine Idee her wie man den Bürgern wenigsten einen Hauch von Dult-Feeling vermitteln kann. Nach einigen Überlegungen wie so ein Konzept – außerhalb der Corona-Bestimmungen – umsetzbar ist kam der Landshuter Festwirt Patrick Schmidt zu dem Ergebnis: „keine Dult – kein Problem“. Nachdem das Grob-Konzept auf dem Papier stand organisierte Schmidt zusammen mit der Fischbraterei Wild, sowie dem Landshuter Schausteller Horst Heppenheimer ab dem letzten April-Wochenende einen „Dult – Drive-In“ auf einem Parkplatz. Dort wurde dann ein Grill, ein Käseschneider und ein Zuckerwatten-Bottich platziert um den Besucher ein Stück Dult bieten zu können. Nachdem sich schnell lange Auto-Schlangen gebildet hatten reifte noch am gleichen Wochenende die Idee weiter und es gesellte sich ein großes „Dult-Zelt“ dazu, welches auch noch bis zum 10. Mai geöffnet war. Rund 600 geschätzte Autos pro Tag fuhren dann laut Patrick Schmidt quasi durch das „Drive-In – Zelt“ (siehe Foto) und so konnte der Besucher wenigstens 10 Minuten Dult-Feeling in Landshut erleben und sich leckere Steckerlfische, Mandeln oder sogar Lebkuchenherzen schmecken lassen. Die Familie Heppenheimer baute dann kurzfristig auch zusätzlich ihren schönen Mandelstand in „König-Ludwig-Optik“ mit in das Konzept ein und es entstand tatsächlich eine Art „Volksfest-Gasse“. Eine weitere witzige Idee war, dass sich die Leute im Auto auf einer Video-Wall Fotos und Filme aus vergangen Landshuter Dulten anschauen konnten und dazu noch mit passender Musik berieselt wurden während sie geduldig warteten.Und auch der zweite Festwirt der Landshuter Dulten, Franz Widmann sprang auf den Zug auf. Er wiederum bot an einem Wochenende im Landshut Park einen Abholservice an. Anders als bei Schmidt konnten die Gäste bei ihm auch durch den „Drive-In“ flankieren und Hendl, Schweinebraten oder Dult-Bier erwerben. Positiv bemerkte Widmann vor allem die Tatsache, „dass seine Mitarbeiter Arbeit hätten. Wirtschaftlich könne man natürlich so einen Drive-In nicht mit einer normalen Dult vergleichen“ – so Widmann in einem Interview weiter. Und auch wenn es nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein ist, so ist es zumindest Schadensbegrenzung in der aktuell schwierigen Lage.

Text: Thomas Schmid

Fotos: Horst Heppenheimer

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